Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing = Schikanen, Kleinkrieg, Intrigen, Rufmord

Folgende Umschreibungen der Arbeitssituation deuten auf Mobbing hin:

"Man will mich rausekeln", "die haben mich auf dem Kieker",

"die wollen mich fertig machen", "man will mich kleinkriegen"

"ich habe das Gefühl reingelegt zu werden",

"ich fühle mich ausgegrenzt und isoliert".

Mehrere der folgenden typischen Verhaltensweisen werden genannt:

Auf der Arbeitseben:

"Wichtige Informationen werden mir vorenthalten"

"Ich werde an meiner Arbeitsdurchführung gehindert"

"Mir werden nur noch die undankbaren Arbeiten zugeteilt"

"Man versucht, meine Arbeit zu untergraben, mir Fehler nachzuweisen"

"Ich werde bei den Vorgesetzten schlechtgemacht und angeschwärzt"

"Alles, was ich sage und tue, wird abgewertet und kritisiert"

Im sozialen Kontakt:

Es werden hinter meinem Rücken Gerüchte über mich verbreitet

Ich werde wie Luft behandelt und demonstrativ gemieden

Alle Klärungsversuche meinerseits werden zurückgewiesen

Ich werde beleidigt und angegriffen

Man macht sich über mich lächerlich und nimmt mich nicht ernst

Ich werde angebrüllt und respektlos behandelt

Ziel: Demontage des sozialen und fachlichen Ansehens:

Ich werde als unsozial / unkollegial und unfähig dargestellt

Man versucht, mich als verrückt, überempfindlich und labil abzustempeln

Man versucht mich dazu zu bringen, dass ich versage, resigniere

 

Was ist das Besondere, die Abgrenzung zum üblichen Ärger, zum Getratsche,

zu den Launen von Vorgesetzten, die an ihren Mitarbeitern ausgelassen werden?

 

Definition: Der Begriff "Mobbing" umschreibt negative kommunikative

Handlungen, die gegen eine oder mehrere Personen gerichtet sind

( von einer oder mehreren anderen Personen ) und die über einen längeren

Zeitraum vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer

kennzeichnen.

 

Typische Merkmale des Mobbing ( einige, nicht alle, müssen zutreffen! )

Während das cholerische oder pedantische Verhalten eines Vorgestzten in

ähnlicher Weise alle Personen betrifft, die für ihn arbeiten, ist es beim Mobbing

eine bestimmte Person, die ( oft plötzlich und scheinbar willkürlich )

zur Zielscheibe wird.

Bestimmte Verhaltensweisen, das äußere Erscheinungsbild, die soziale

Herkunft oder Umgebung dienen als Beweis und Begründung, dass eine Person

nicht in die Abteilung passt, nicht geeignet ist oder sich unkooperativ verhält.

Es findet eine Vorverurteilung statt, mit Schlussfolgerungen, die plausibel

erscheinen. Z.B., weil eine Freundschaft mit dem Vorgesetzten besteht, wird das

Opfer als "Spitzel" oder "Einschleimer" gesehen.

Oder: Weil die Betroffene vorher in einer angeseheneren Firma gearbeitet hat,

schweigsam und zurückhaltend ist, wird ihr "Hochnäsigkeit" unterstellt.

Im Gegensatz zu kurzzeitigen Ausfällen mancher Person, z.B. in besonderen

Stresssituationen, kommt es beim Mobbing zu häufigen,

nicht selten täglichen Vorfällen.

Während manche Vorgesetzte oder Kollegen mit ihren Launen oder Marotten

eigentlich niemandem schaden wollen und manchmal sgar erschrocken sind,

wenn sie merken, was sie bei anderen damit auslösen, wird beim Mobbing

ein bestimmtes destruktives Ziel verfolgt. ( Das Opfer soll zur Eigenkündigung

gezwungen oder durch die Missachtung gestraft werden )

Das Opfer wird von Außenstehenden oft für die Heftigkeit seiner Empfindungen

belächelt. Es findet eine allmähliche Zermürbungstaktik statt, z. B. mit

kleinen Sticheleien ( im Sinne von "steter Tropfen höhlt den Stein" ). Den Betroffenen

wird hier häufig der Rat gegeben, nicht so empfindsam zu sein und "drüberzustehen",

da von außen nicht erkennbar ist, wie belastend die Situation ist. Auch die Betroffenen

selbst glauben oftmals, dass mit ihnen "etwas nicht stimmt", weil sie früher nicht so

dünnhäutig waren und scheinbare "Nichtigkeiten" sie damals nicht aus der Ruhe

bringen konnten.

Wenn z.B. Informationen zurückgehalten werden oder soziale Kontakte als "eisig"

empfunden wird, ist es schwer, dafür Belege zu finden.

Bei einer Beschwerde wird argumentiert, dass es Zufall sei,

im Stress geschehen wäre, keine böse Absicht damit verbunden sei.

Dem Opfer wird somit die Möglichkeit entzogen, sich effektiv zu wehren,

weil das Mobbing geleugnet wird.

Selbst einzelne Verhaltensänderungen ( nicht mehr gegrüßt werden, vom gemeinsamen

Mittagessen ausgeschlossen werden, nicht mehr in Absprachen einbezogen werden )

schaffen eine feindliche und bedrückende Atmosphäre.

Oft zeigt sich eine vordergründige Freundlichkeit, die Intrigen laufen verdeckt.

Eie Wahrnehmungsverunsicherung stellt sich ein, deutliche Anhaltspunkte fehlen,

das Opfer fragt sich, ob es "überreagiert" oder bereits unter Verfolgungswahn

leidet und versucht sich zu beschwichtigen. Dies hat zur Folge, dass in der

Anfangsphase, wenn konstruktive Gespräche noch möglich wären, oftmals eine

Klärung unterlassen wird.

Oftmals geht Mobbing zunächst von einer Person aus. Wenn es ihr gelingt, andere

anzustecken und zu Verbündeten zu machen, ist die Belastung um so größer, der

emotionale Rückhalt geht verloren. Sich z.B. bei einer vertrauten Kollegin

aussprechen zu können, die die Situation einschätzen kann und Verständnis hat,

ist sehr entlastend. Mit einer entsprechenden emotionalen Unterstützung lassen sich

Belastungen weitaus länger ertragen, als wenn eine Person zunehmend isoliert wird.

Ist eine Person oder eine Gruppe von der Bewertung des Opfers als faul, intrigant,

unsolidarisch oder machthungrig überzeugt, wird jedes Verhalten so interpretiert,

dass es in die vorgenommene Bewertung passt. Hier kommt es oft zu einer

eskalierenden Dynamik mit Missverständnissen, an der Opfer und Täter

gleichermaßen beteiligt sein können. Spürt das Opfer beispielsweise eine unfreundliche

Atmosphäre, findet oftmals nach anfänglicher Annäherung als Schutzmechanismus ein

Rückzug statt. Das Opfer fühlt sich als Person abgewertet und glaubt keine Chance

für eine Auflösung des Konfliktes zu haben. Der Täter interpretiert dieses veränderte

Verhalten jedoch als bewusste Missachtung oder Informationsverweigerung.

Beide Parteien fühlen sich in ihrer Bewertung bestätigt. Bei den oft jahrelangen

Eskalationen fühlt sich jeder im Recht und ist fest davon überzeugt, dass der andere

angefangen hat, sich abwertend oder feindlich zu verhalten. Hier werden die beteiligten

Personen abwechselnd zu Opfern und Tätern, so dass eine klare Zuordnung kaum

noch möglich ist.

Druck, Stress und Angst werden bei einem solchen Verlauf zu ständigen Begleitern

im Arbeitsalltag und begünstigen Fehler. Selbst Personen, die äußerst zuverlässig und

korrekt sind, können nicht mehr konzentriert arbeiten.

Es ist kein klarer unbelasteter Blick mehr auf die Arbeit möglich.

Mobbing führt zu körperlich- seelischen Auswirkungen, z.B. morgens keine Lust mehr

haben zur Arbeit zu gehen, sich verschlafen und unkonzentriert sein. Die Arbeit wird

zunehmend als Last erlebt, die Motivation und Freude an der Tätigkeit gehen verloren.

Als Resultat dieses Prozesses beginnt die betroffene Person entweder zu resignieren,

Gedanken an einen Arbeitsplatzwechsel oder Motivationsverlust sind die Folge oder

die Person bemüht sich, möglichst keine Ansatzpunkte für weitere Angriffe zu bieten.

Solche Bemühungen haben oft wenig Aussicht auf Erfolg, da jedes Verhalten von den

Gegnern negativ ausgelegt werden kann: Freundlichkeit wird als Anbiedern verstanden,

höfliche Distanz als Arroganz. Der seelische Druck verstellt einen klaren Blick auf die

Arbeit, so dass die Fehlerhäufigkeit oft weiterhin ansteigt.

Die Belastung am Arbeitsplatz wirkt sich wiederum auf das Privatleben aus, es ist kein

Abschalten mehr möglich, die Gedanken kreisen auch nach der Arbeit um das Mobbing,

die Gespräche verlaufen immer gleich, Kleinigkeiten führen zum Streit, der Spaß an

Freizeitaktivitäten sinkt infolge der Belastung. Der Haussegen hängt immer häufiger

schief, Beziehungen leiden und zerbrechen im Extremfall.

Fazit:

Es findet eine Eskalation in verschiedenen Phasen statt. Glaubte das Opfer anfangs

noch an eine Klärung ( mit dem Bemühen um eine Veränderung ), wächst im Verlauf

des Mobbingprozesses das Gefühl der Ohnmacht und Ausweglosigkeit.

 

Mobbingphasen

 

1. Phase

2. Phase

3. Phase

4. Phase

Die Folgen für das Opfer

 

Symptome ( 1 ) ( abhängig vom Persönlichkeitstyp )

 

Symptome ( 2 )

Im Extremfall

 

Quelle: Sozialforschungsstelle Dortmund, Landesinstitut

 

www.sfs-mobbing-report.de