Imaginationstherapie :

Du musst das Wagnis auf Dich nehmen,

ins Unbekannte vorzudringen

und dieses Unbekannte bist Du selbst.

                                      Krishnamurti

Imaginationen, wie sie entstehen und was bewirken sie

Imagination bedeutet Einbildung, Phantasie, bildhafte Vorstellung.

Imaginieren heißt, mit unserer Phantasie Bilder in unserem Bewusstsein zu schaffen. 

Durch das Erleben dieser inneren Bilder mit ihren Affekten und Emotionen werden 

innerseelische Prozesse in Gang gesetzt, die bewirken, dass abgespaltene oder 

verdrängte psychische Persönlichkeitsanteile ins Bewusstsein integriert werden.

Die Imaginationstherapie kann uns helfen, unseren eigenen Weg zu finden. Seit Urzeiten hat

die Menschen die Welt der Träume, Imagination, Wachträume und Phantasien fasziniert

und beschäftigt. Mit Hilfe des Traumes erhofft man die Seele des Menschen

wiederzufinden. Ist die Seele des Menschen wiedergewonnen, dann ist er nach der

schamanischen Tradition geheilt und wieder ganz.

Verantwortlich für Blockierungen und Stauungen sind häufig verdrängte Gefühle wie

Angst, Schuld, Hass, traumatische Erlebnisse und verinnerlichte Verhaltensmuster.

Entspannung

Atmen ist die Bewegung, in der wir uns öffnen und schließen, in der wir uns loslassen

und erneut finden, in der wir uns unaufhörlich verändern.

Die Blume als Spiegel unbewusster Konflikte

Blumen sprechen uns an. Ihre Formen, Farben und Düfte lösen in uns ein Gefühl

der Freude und Beglückung, oder der Nachdenklichkeit und Trauer aus.

Neben den Düften spielen auch die Farben der Blume eine wichtige Rolle :

"Farben sind Strahlungskräfte, Energien die auf uns in positiver oder negativer Weise

einwirken, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht."

Die Blume ist etwas lebendiges. Sie ist mit ihrem Kreislauf des ständigen Wachstums -

Keimling, Blüte, Reife, Vergehen - das Sinnbild aller zyklischen Erneuerungen und damit das

Wachstum überhaupt.

Heilende Imagination

Viele Menschen leiden unter Ängsten, die verschieden stark ausgeprägt sein können bis hin zu

phobischen Ängsten. Diese Ängste blockieren den Menschen machen ihn unfrei und behindern

sein inneres Wachstum. Er ist gefangen in seinem eigenen Gefängnis.

Unser Selbstbild verändern

Viele Menschen tragen eine Maske, die Persona, die sie ihrer Umwelt gegenüber zeigen.

Die Persona ist das positive Selbstbild, das man der Welt zeigt. Mit der Persona verdeckt der

Mensch sein inneres Sosein vor den Mitmenschen.

Ist ein Mensch fest entschlossen, den Individuationsweg bewußt zu gehen, dann verspürt er

immer mehr den Wunsch seine "Masken" aufzugeben.

Dieser Prozess ist nicht so einfach, denn die Rolle, die der Mensch bisher gespielt hat,

wird von der Familie, vom Partner, von den Nachbarn, von den Kollegen am Arbeitsplatz usw.

weiterhin erwartet. Viele Menschen leben das, was schon in ihrer Kindheit die Eltern von Ihnen

erwartet haben. Diese Menschen haben sich in die Rolle der Persona dermaßen gut eingelebt,

dass sie ihre verschiedenen Rollen ganz perfekt spielen. Erst wenn es zu einer starken seelischen

Erschütterung kommt, z.B durch Scheidung, oder Tod eines geliebten Menschen, oder den

Ausbruch einer schweren Depression, sind wir bereit, die Maske fallenzulassen und die

"andere Seite" von uns, nämlichen unseren persönlichen Schatten, das Selbstbild, das für uns

unannehmbar ist und das wir vor der Welt zu verbergen suchen,

anzuschauen und zu integrieren.

Lebendige Beziehung

Eine lebendige, befriedigende und glückliche Beziehung zu einem anderen Partner ist für viele von

uns sehnlichster Wunsch. Dennoch gelingt es nur wenigen, diesen Wunsch Wirklichkeit werden

zu lassen. Die Ursachen sind vielfältiger Art. Schon wie wir uns in einer Beziehung gegenseitig

einschätzen, achten, und respektieren, sagt etwas über die Qualität der Beziehung aus.

Darüber hinaus haben wir häufig Rollenerwartungen an den Partner, die er erfüllen soll, aber nicht

erfüllen kann, weil er damit restlos überfordert wäre. Besonders problematisch für eine Beziehung

ist es, wenn von den Partnern unbewusste Verhaltensmuster, die sie in ihrer Kindheit von ihren

Eltern übernommen und verinnerlicht haben, wiederholt auf den Partner projiziert werden.

Wir müssen den Weg der Selbsterkenntnis anstreben und gehen, um uns von Projektionen,

Rollenerwartungen und Verhaltensmustern zu befreien.

Den Partner wirklich zu akzeptieren und zu lieben ist nur möglich, wenn wir uns selbst lieben

und ganz annehmen können. 

Ohne Selbstannahme bleibt die Beziehung zwischen zwei Partnern unbefriedigend.

Quelle: Die Kraft der kreativen Imagination, Verlag für Wissenschaft und Bildung

 

www.Luise-Reddemann.info

 

 

Depression und Grübeln

Personen, die unter psychischen Störungen leiden, unterscheiden sich von gesunden Personen 

nicht nur hinsichtlich ihres affektiven Erlebens, sondern zeigen auch Auffälligkeiten in ihrer 

Wahrnehmung und in ihrem Denken. Ein Verständnis der kognitiven Mechanismen, die einem 

solchen Phänomen, wie dem Grübeln, zugrunde liegen, trägt nicht nur zu einem besseren Verständnis 

der Störung bei, sondern gibt auch Hinweise auf therapeutische Strategien. Im Laufe der letzten 

10 Jahre gewannen Befunde zu kognitiven Auffälligkeiten bei Angststörungen und affektiven Störungen 

immer mehr an Bedeutung für die Theorienbildung zu den einzelnen Störungsbildern. Befunde zur

Bedeutung spezifischer kognitiver Auffälligkeiten erwiesen sich zudem als äußerst wichtig für die 

Entwicklung wirksamer Behandlungsmanuale für kognitive sowie verhaltensterapeutische Interventionen. 

Charakteristisch für dieses Forschungsgebiet ist eine Integration klinisch - psychologischer und 

kognitions - psychologischer Fragestellungen und Methoden zur näheren Analyse des Zusammenspiels 

von Aufmerksamkeits - und Gedächtnisprozessen der Verarbeitung affektiver Information, wie sie sich 

beispielsweise in der neu aufgelegten Monographie zeigt. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen 

dabei Probleme der Unterdrückung unerwünschter, meist emotionaler Gedanken, wiederkehrender 

negativer Gedanken und Erinnerungen und ein damit einhergehender Fokus auf die eigene Person und 

den eigenen Zustand sowie sorgenvolles Grübeln. Diese Prozesse sind zentrale Merkmale einer Reihe 

emotionaler Störungen, im Besonderen aber depressiver Störungsbilder. Diese häufig auch von Rumination

oder Worry bezeichneten Prozesse sind vielfach mit einer erhöhten Vulnerabilität für das Entstehen und 

die Aufrechterhaltung psychischer Störungen in Verbindung gebracht worden, wie beispielweise in der 

Response Styles Theorie von Nolen-Hoeksema (1991), und werden zunehmend auch zum Ziel 

therapeutischer Interventionen. Die Bedingungen und Ursachen ruminativer Reaktionen, die 

Auswirkungen auf emotionale Zustände, das Verhältnis zur Vulnerabilität für verschiedene emotionale 

Störungen und die Veränderbarkeit solcher Prozesse sind aber nach wie vor weitgehend unbekannt. 

Im Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags stehen dabei Fragen nach den Ursachen, Bedingungen und 

Folgen ruminativer Reaktionen und des Sich-Sorgens bei Depressionen sowie Konsequenzen für 

therapeutische Interventionen.

Ebenso wie Patienten mit Generalisierter Angstörung verbringen auch Patienten mit Depressionen

durchschnittlich mehr als 6 Stunden täglich mit Grübeln und Sich-Sorgen. Die Inhalte des Grübelns

decken sich dabei mit den von Beck beschriebenen Inhalten gepressiver Gedanken, der so genannten 

kognitiven Triade, d.h. im Mittelpunkt stehen negative Gedanken über die eigene Person, die Umwelt

und die Zukunft. Ein in diesem Zusammenhang häufig zu beachtendes Phänomen ist beispielsweise

das sogenannte "counterfactual thinking", in dem Patienten darüber grübeln, was passiert wäre, wären

wichtige Ereignisse in ihrem Leben anders verlaufen als sie tatsächlich verlaufen sind. Die weiteren

Ausführungen zu den affektiven und kognitiven Konsequenzen von Grübeln/Rumination werden

deutlich machen, dass Grübeln ein ernst zu nehmendes Phänomen ist, das zur Aufrechterhaltung der 

depressiven Episoden beiträgt und häufig mit erheblichem Leiden verbunden ist.

In den Mittelpunkt der Depressionsforschung wurde Grübeln von Susan Nolen-Hoecksema gerückt,

die diesem von ihr als Runination bezeichneten Phänomen in der Response-Style Theorie eine

wesentliche Rolle in der Depressionsaufrechterhaltung und auch - entstehung zuspricht. Unter 

anderem sieht Nolen-Hoecksema in der Tendenz von Frauen, mit einem ruminativen Reaktionsstil

auf Belastungen zu reagieren, eine Erklärung für die Geschlechtsunterschiede in der Prävalenz

depressiver Erkrankungen. Rumination, übersetzbar mit "Wiederkäuen", hat verschiedene Merkmale.

Zunächst bleibt festzuhalten, dass Grübeln und Sich-Sorgen selbstverständlich Alltagsphänomene

sind und dass eine Abgrenzung zwischen normalen und abweichenden Ausprägungen sich häufig 

schwierig gestalten, insbesondere weil es im Wesentlichen nur quantitative Unterschiede gibt.

Rumination ist meist nicht intendiert. Dies bedeutet, dass die Betroffenen in der Regel diesen Prozess

nicht willkürlich starten, sondern eher automatisch,unkontrolliert beginnen, zu ruminieren.

Rumination ist zudem ein wiederkehrendes Phänomen. Es ist schwierig zu stoppen und die Gedanken

kreisen meist um ein bis zwei zentrale Themen. Rumination ist zudem in dem Sinne dysfunktional,

dass es meistens in Situationen auftritt, in denen man nicht (mehr) aktiv werden kann und auch nur 

sehr selten in tatsächlichen Problemversuchen endet. Insofern ist Rumination abzugrenzen von

Problemlösen. Dazu hilft das Merkmal, dass Rumination häufig sehr abstrakt ist. Weiterhin ist

Rumination assoziiert mit einer Reihe psychischer Störungen (wie generalisierte Angststörung). Noch

ist ungeklärt, ob das Sich-Sorgen in der GAS und Rumination in der Depression ähnliche Prozesse

bezeichnet.

Ursachen von Rumination

Zur Untersuchung von Ursachen und Bedingungen ruminativer Reaktionen ist eine Analyse des

komplexen Zusammenspiels von Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozessen erforderlich. Von einer

Reihe von Autoren ist die Hypothese aufgestellt worden, dass sich in den immer wieder beschriebenen

Symptomen des Grübelns über negative Ereignisse und der selektiven Beachtung negativer Reize ein

Defizit in einem wesentlichen kognitiven Mechanismus äußert, der selektiven Aufmerksamkeits -

leistungen zugrunde liegt: die kognitive Inhibition irrelevanter Reize. Selektive Aufmerksamkeits - 

leistungen sind sehr komplexe kognitive Leistungen. Es ist wesentlich, dass Menschen in der Lage

sind, relevante und irrelevante Informationen zu filtern sowie ihre Aufmerksamkeit flexibel auf 

Informationen oder Gedanken hinzulenken und davon abzulenken. Ein wesentlicher Mechanismus,

der zu diesen Leistungen beiträgt, ist neben der Aktivierung der Repräsentation der relevanten Reize 

die kognitive Inhibion irrelevanter oder nicht mehr länger relevanter Reize. Erfassen lassen sich solche

Inhibitionsprozesse in selektiven Aufmerksamkeitsaufgaben mit dem sogenannten negaiven Priming.

Negatives Priming zeigt sich in Aufgaben, in denen die Versuchsperson bei gleichzeitiger Darbietung

eines Distraktors auf einen Zielreiz reagieren sollen. Wenn im nachfolgenden Durchgang der Zielreiz

Ähnlichkeit mit dem im vorangegangenen Durchgang dargebotenen Distraktor aufweist, so verlängert

sich die Reaktionszeit. Die Erklärung für diesen Effekt ist, dass im ersten Durchgang die 

Repräsentation des Distraktors inhibiert werden muss, um die Reaktion auf den Zielreiz zu 

ermöglichen. Im nachfolgenden Durchgang wirkt diese Inhibition weiter und verlängert entsprechend

die Reaktion auf einen Zielreiz, der dem Distraktor ähnelt. Negatives Priming lässt sich auch mit

Zielreizen und Distraktoren durchführen, die sich in ihrer affektiven Valenz unterscheiden:

Negatives affektives Priming. Ein Inhibitionsdefizit für negative irrelevante Reize würde sich 

entsprechend darin äußern, dass die verlängerte Reaktionszeit uf einen negativen Zielreiz ausbleibt, 

wenn im vorangegangenen Durchgang ein negativer Distraktor dargeboten wird. Gleichzeitig sollte

sich für positive Reize aber ein negativer Priming-Effekt zeigen. Die Hypothese, dass sich bei 

depressiven Probanden ein solches Inhibitionsdefizit für negative Reize zeigt, konnte in einer Reihe

von Studien bestätigt werden. Die depressiven Probanden, wie auch die Kontrollgruppe, zeigten

in diesen Experimenten negatives Priming für positive Worte, die Kontrollgruppe auch für negative

Worte. Für die depressiven Probanden fand sich aber kein negatives Priming für negative Worte.

Weitere Studien wurden mit Probanden mit einer lifetime-Diagnose durchgeführt, die aber aktuell

nicht depressiv waren. Für diese Probanden zeigten sich parallele Ergebnisse. Zusammengefasst

zeigen diese Ergebnisse, dass depressive Probanden sowie Probanden mit einem erhöhten

Depressionsrisiko Schwierigkeiten aufweisen, negative irrelevante Reize zu inhibieren. Dies deutet

somit darauf hin, dass ein kognitives Inhibitionsdefizit sogar ein Vulnerabilitätsmarker für

Depression sein könnte. Aus kognitionspsychologischer Forschung zur Rolle solcher Inhibitions-

prozesse weiß man um die Konsequenzen inhibitorischer Dysfunktionen. Als wesentliche

Konsequenz lässt sich festhalten, dass relevante und irrelevante Information gleichzeitig in das

Arbeitsgedächtnis aufgenommen wird. Verknüpfungen zwischen relevanter und irrelevanter

Information werden daher abgespeichert und relevante Information wird weniger leicht abrufbar.

Irrelevante Information wird länger gespeichert. Dies hat eine größere Ablenkbarkeit, kognitive

Defizite und Konzentrationsstörungen zur Folge. Weiterhin findet sich kein Abweisen nicht 

mehr relevanter Information. Das Umlenken der Aufmerksamkeit wird dadurch erschwert.

Daher wird vermutet, dass solche inhibitorischen Dysfunktionen eine wesentliche Ursache

ruminativer Reaktionen darstellen.

 

Konsequenzen von Rumination

Aus der Forschung zu Grübeln bei Depression lassen sich zudem eine Reihe von Konsequenzen

ruminativer Reaktionen ableiten. So findet man eine Reihe von Studien, dass Rumination sich

stimmungserhaltend oder sogar stimmungsverschlechternd auswirkt. In einer Studie mt 40 Probanden,

die per Zufall einer negativen oder positiven Stimmungsindutionsbedingung zugewiesen wurden,

zeigte sich beispielsweise, dass unabhängig von der Stimmungsinduktion alle Probanden, die dazu 

angehalten wurden, zu ruminieren, anschließend eine negative Stimmung aufwiesen als Probanden,

die sich ablenken sollten. Dies bedeutet, ganz gleich ob die Ausgangsstimmung positiv oder negativ

war: Wenn man die Probanden dazu anhielt, zu ruminieren so berichteten Sie anschliessend eine

traurige Stimmung. Weiterhin steigert Rumination die Verfügbarkeit negativer Erinnerungen und

Informationen. Depressive, bei denen Rumination induziert wurde, berichteten mehr negative

autobiographische Erinnerungen als Depressive unter Ablenkung und Kontrollpersonen. 

Depressive unter Rumitation gaben an, mehr negative Erlebnisse in ihrem Leben zu haben, als

Depressive unter Ablenkung. Gleichzeitig senkt Rumination die Verfügbarkeit neutraler Erinnerungen.

Probanden nach negativer Stimmungsinduktion und Rumination konnten sich beispielsweise an neu-

trale Worte schlechter erinnern, als Probanden nach negativer Stimmungsinduktion und Ablenkung.

Rumination beeinflusst zudem die Problemlösekompetenzen, vor allem im interpersonellen Bereich.

Depressive nach Rumination generierten weniger und auch weniger affektive Problemlösungen als

Depressive nach Ablenkung. Weitere Befunde zeigen, daß Rumination die Vulnerabilität nach 

kritischen Lebensereignissen steigert. So sagte Rumination nach dem Tod eines Kindes den 

Grad der Depressivität nach zwölf Monaten vorher. Neuere Befunde zeigen zudem, das Rumination

einen Zusammenhang zum Therapieerfolg, und hier vor allem zur Stabilität des Therapieerfolgs, auf-

weist. Rumination bei Entlassung aus der Klinik sagte  das bei Depressiven Patienten die Rückfall-

rate vorher. Diese Ergebnisse zeigen das Rumination weitreichende Konsequenzen sowohl auf 

affektiver wie kognitiver Ebene hat. Die Depressionsaufrechterhaltende Wirkung erklärt sich somit

möglicherweise aus dem stimmungsstablisierenden Effekt. Aber auch aus der leichteren Verfügbar-

keit negativer Gedächtnisinhalte sowie negativer Problemlösedefiziten. 

 

Therapeutische Strategien

 

Vor dem Hintergrund der geschilderten Ursachen ruminativer Reaktionen sowie der weit-

reichender Konsequenzen stellt sich die Frage nach der therapeutischen Beeinflussbarkeit der geschil-

derten Prozesse sowie möglicher therapeutischer Strategien. Zunächst lässt sich festhalten, das die

Forschung zu Rumination und Grübeln aufzeigt, das zwei Strategien wenig hilfreich erscheinen.

Dies ist zum einen die Aufforderung zum positiven Denken, zum zweiten die Aufforderung zur und

Einübung von Gedankenunterdrückung. In einer Studie mit subklinischen Probanden und Kontroll-

personen, die alle einer negativen Stimmungsinduktion und einer Ruminationsaufgabe unterzogen

wurden, erhielten nach Randomisierter Aufteilung je eine Hälfte der Gruppe die Instruktion, sich

an positive Ereignisse aus ihrem Leben zu erinnern, die zweite Hälfte der Instrukition, sich abzu-

lenken. Die nachfolgende Erfassung der Stimmung zeigte, dass die Kontrollpersonen sich unter

positiver Erinnerung wie auch Ablenkung verbesserten, während die depressiven Probanden unter

Ablenkung ähnliche Verbesserungen zeigten, aber nicht unter der Instruktion positive Erinnerungen

zu generieren. Befunde zur Wirksamkeit von Gedankenunterdrückung weisen zudem darauf hin,

das sich paradoxe sogenannte Rebound-Effekte einstellen können, wenn Gedankenunterdrückung

eingesetzt wird. Nach der Theorie von Wegner macht der Versuch, mentale Kontrolle zu gewinnen,

in dem Gedanken unterdrückt werden, genau diese Gedanken verfügbarer. Wegner nimmt an, das die

paradoxen Effekte besonders akzentuiert sind, wenn die für die aktive Gedankenunterdrückung zur

Verfügung stehenden kognitiven Ressourcen vermindert sind. Kognitive Ressourcen sind bei 

Depressiven vermindert, entsprechend fanden beispielsweise Wenzlaff und Bartes bei subklinisch

depressiven Probanden einen erhöhten Reboundeffekt. Welche Implikationen haben die geschil-

derten Befunde für die Therapie? Zunächst scheint es wichtig zu sein, über die nicht Funktionaliät

und die Depressionsaufrechterhaltende Wirkung von Rumination aufzuklären. Das dies nötig ist,

zeigen Befunde, das Depressive, die ruminieren, Aktivitäten ablehnen, obwohl Sie selber glauben,

das diese ihnen helfen wurde. Diese Ablehnung wird häufig damit begründet, das die Patienten

das Gefühl haben, mehr Einsicht in ihre Probleme zu bekommen, wenn sie ruminieren fassen ihre

Befunde so zusammen: ...Dysphorie, persons, who ruminate may be less. effektive adsolving

very problems into which the feel they have more inside.

Diese Prozesse in der Exploration und Problemdiskussion nicht weiter zu unterstützen, sondern

Ihnen entgegenzuwirken, wäre somit ein wesentlicher erster Schritt in der Therapie.

Die Befunde, das unter Rumination vor allem negative Gedächtnisinhalte und kaum neutrale oder

positive zugänglich sind, macht zudem klar, das eine Exploration unter diesen Umständen nur 

wenig glaubwürdige Resultate liefert. Die Befunde zu den Folgen von Rumination für das Lösen

von Problemen macht zu dem klar, das unter diesen Umständen auch keine guten Problem-

lösungen zu erwarten sind. Über das Ausführen von Auszeiten, stimmungsverbesssernden Inter-

ventionen zu Beginn einer solchen Sitzung liesse sich hier entgegenwirken. Weitherhin zeigen zahl-

reiche Befunde, daß das Etablieren von Ablenkungsstrategien hilfreich ist, je zahlreicher und

positiver diese Strategien desto erfolgverprechender. Wenzlaff et al. Konnten in ihrer Studie zeigen, dass

Depressiven und Nicht-Depressiven in der Fähigkeit, gute Distraktoren zu identifizieren.

Dennoch zeigte sich eine Tendenz depressiver Probanden, sich mit negativen Destruktoren

abzulenden sogar in der Bedingung, in der positive Distraktoren von den Versuchsleitern

geliefert wurden. Weiterhin sollte beachtet werden, dass nicht alle Aktivitäten zum Abbrechen

von Rumination gleich gut geeignet sind. Es wird in diesem Zusammenhang häufig von einem

"dynamic fit" zwischen der Person und der Aufgabe gesprochen, d. h. es sollten Aufgaben

gesucht werden, die die kognitiven Ressourcen optimal beanspruchen, aber nicht über-

fordern. Gute Erfahrungen berichten viele Autoren auch mit sportlichen Aktivitäten. Weitere

Befunde zeigen, dass die Abfolge hier ganz wesentlich ist. Ablenkung nach Stimmungsinduktion

bessert die Stimmung. Rumination hilft aber nicht. Dies hat zwei Konsequenzen für therapeutische

Interventionen. Zunächst zeigt dies, dass depressive Patienten trainiert werden sollten, auf

Stimmungsverschlechterungen sofort mit Ablenkung zu reagieren, nicht mit Rumination.

Zum Zweiten sollten diese Sequenzeffekte in der Reihenfolge therapeutischer Interventionen

berücksichtigt werden. Stimmungsverbessernde, ablenkende Interventionen zu Beginn einer

Therapiesitzung könnten, nach diesen Befunden, die Diskussion und Schilderung von Problemen

wesentlich erleichtern.

Zusammengefasst lässt sich somit festhalten, dass Rumination ein wichtiger, in der Depressionsbehandlung

zu beachtender Prozess ist. Depressive Patienten und depressiv- vulnerable Probanden zeigen

ein Inhibitionsdefizit für negative, irrelevante Reize. Folge ist Rumination mit affektiven und kognitiven

Konsequenzen. Wärend die Aufforderung zum positiven Denken und die Aufforderung zur Gedanken-

unterdrückung nicht helfen, können Aufklärung und ablenkende Aktivitäten helfen. den stimmungserhel-

lenden Effekt depressiven Grübelns zu mindern.

 

 

Quelle: Beitrag von Frau J.Joormann

 

Persönlichkeitsstörungen

Am häufigsten treten folgende Persönlichkeitsstörungen auf :

Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung: Sie ist gekennzeichnet durch Hemmungen im Kontakt

mit anderen, einem Gefühl der Unzulänglichkeit sowie starker Angst vor Ablehnung und Kritik.

Dependente Perönlichkeitsstörung : Hier findet sich ein Muster von unterwürfigem und anklamm -

ernden Verhalten, das in Beziehung zu einem übermäßigen Bedürfnis nach Umsorgtwerden steht.

Zwanghafte Persönlichkeitsstörung : Sie ist charakterisiert durch ein Muster von ständiger

Beschäftigung mit Ordnung, Perfektionismus und Kontrolle.

Borderline Persönlichkeitsstörung : Hier zeigt sich ein Muster von Instabilität in zwischenmensch -

lichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Gefühlen sowie von deutlicher Impulsivität.

Histrionische Persönlichkeitsstörung : Charakteristisch ist ein Muster von starker Emotionalität in

Verbindung mit einem großen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit durch andere.

Narzisstische Persönlichkeitsstörungen : Kennzeichen ist ein Muster von Grossartigkeitsgefühlen,

einem Bedürfnis nach Bewundertwerden sowie mangelndes Einfühlungsvermögen in andere Personen.